Neue Bücher

Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl an neuen Büchern vor, die wir spannend, am Puls der Zeit gelegen oder einfach nur gut finden. Später bereichern diese dann unsere Lese-Tipps, in denen Sie unsere vergangenen Buchvorstellungen finden können.

Unsere Bücherschau


Gert Nygårdshaug – Mengele Zoo

(Ein Öko-Thriller)

Der Thriller beginnt als eine Erzählung über Mino, einen kleinen Jungen im Regenwald. Er streift durch die Wälder, um seinem Vater zu helfen. Um die Familie zu ernähren, fangen sie seltene Schmetterlinge, die der Vater präpariert und verkauft. Mino ist fasziniert von ihnen und wird zum erfolgreichen Jäger. Er liebt den Wald und die Tiere, das Leben in der Dorfgemeinschaft. Immer näher kommen allerdings die Geräusche der Maschinen der americanos, es sind die achtziger Jahre, internationale Firmen teilen den Regenwald unter sich auf und holzen große Flächen ab. Immer näher kommen sie Minos Dorf, sogar riechen können sie die Maschinen bereits.
Mehrfach kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den Arbeitern der Ölgesellschaften und den Indios. Mino muß mitansehen, wie Männer seiner Dorfgemeinschaft brutal getötet werden, als sie versuchen, ihre Rechte geltend zu machen.
Er beschließt sich zu wehren, und gemeinsam mit seinem Freund schmiedet er einen ausgefeilten Plan, den Kommandant des nahegelegenen Camps zu töten. Doch Mino muß bald feststellen, daß ebenso schnell jemand nachrückt und der Mord an dem Vorarbeiter seinen Wald nicht retten wird. Im Gegenteil, als Mino eines Tages im Wald unterwegs ist, hört er die Hubschrauber kommen und muß mitansehen, wie sein gesamtes Dorf ausgelöscht wird. Alle Menschen, die er kannte sind tot, die Häuser sind zerstört.
Allein und entkräftet irrt er tagelang durch den Regenwald, erreicht Gebiete, in denen er nie zuvor war. Schließlich bricht er erschöpft an einem Weg zusammen, wo er von einem besonderen Mann gefunden wird: Isidoro ist ein Magier und reist mit seinem Esel durch die Länder, baut in kleinen Dörfern seine Bühne auf und bietet den Menschen eine prächtige, faszinierende Show. Er kommt gut über die Runden und hat ein gutes Herz. Er teilt mit den Armen und auch Mino nimmt er auf und bringt ihm die Zaubertricks bei. Mino ist ein gelehriger Schüler und gemeinsam erweitern sie ihre Show und leben ein paar Jahre sehr gut davon.
Doch wieder kommt das Unglück in Form betrunkener Arbeiter der Ölgesellschaften in Minos Leben, es kommt zu gewaltsamen Übergriffen und er tötet die Angreifer und flieht.
Und nun wird aus dem Abenteuerroman ein Öko-Thriller.
Mino hat nur noch ein Ziel: Rache und die Rettung des Regenwaldes um jeden Preis. Er schreibt sich an der Universität ein und lernt Verbündete kennen. Sie werden ein exklusiver Club, kommen überraschend zu Reichtum und jetten um die Welt - um zu töten. Cool und eiskalt wird ab hier von ihnen erzählt. Anschläge, Orgien und die totale Verachtung der kapitalistischen Weltordnung und der Menschen dahinter bestimmen ab nun Minos Leben. Er wird zum Racheengel, nicht nur aus seiner Perspektive. Die Gruppe findet Nachahmer, die Diskussion spaltet die Menschen - wie weit darf man gehen, die aufzuhalten, die die Erde für ihren Profit zerstören?

Ich fand den Roman sehr spannend und gerade die Wendungen in der Erzählung und der Erzählweise macht ihn für mich besonders. Ein unglaublicher Sog entwickelte sich, immer wollte ich wissen, was als nächstes passiert; viele Geschichten und Erlebnisse lassen einen tief eintauchen in Minos Welt. Das Buch ist erschreckend aktuell, obwohl es bereits vor dreißig Jahren geschrieben wurde.
Es hat übrigens den norwegischen Publikumspreis für das beste Buch aller Zeiten gewonnen!
Der eigens für die Veröffentlichung dieses Buches gegründete Verlag plant auch die weiteren vier Folgebände dieser Serie ins Deutsche zu übertragen - ich freue mich darauf.
(bm)





geb., Vida Verde Verlag 2019,
aus dem Norwegischen von Babette Hoßfeld,
448 S., 19,90 €
ISBN 978-3-96698-049-4


Raffaella Romagnolo – Bella Ciao

Die Handlung des Romans beginnt Ende des Jahres 1900: Unter ärmlichsten Verhältnissen leben die Kleinpächter und Fabrikarbeiter in Borgo di Dentro, einem fiktiven Ort im Hinterland nordwestlich von Genua, Ende des 19. Jahrhunderts. Schon als kleine Mädchen mussten Giulia und ihre Freundin Anita in den Seidenspinnereien hart arbeiten. Der Lebensweg scheint für beide vorgezeichnet zu sein, denn Giulia ist mittlerweile schwanger und wird den Vater ihres Kindes, Pietro Ferro, bald heiraten. Doch dann muss sie erfahren, dass Anita sie mit Pietro betrügt. Tief enttäuscht und voller Wut verlässt die Hintergangene bei Nacht und Nebel das Dorf und flieht mit wenigen Habseligkeiten über Genua nach New York.
Nach nun fast 50 Jahren kehrt Giulia, jetzt eine wohlhabende Amerikanerin mit ihrem Sohn Michael nach Borgo zurück. Will sie abrechnen, gar Rache? Nein, tatsächlich möchte sie keinen großen Auftritt, sondern unerkannt durch die Gassen flanieren, in Ruhe die Orte ihrer Vergangenheit aufsuchen, alte Erinnerungen zum Leben erwecken, Veränderungen wahrnehmen. Allerdings: Sollten Anita, Pietro und andere noch leben, so möchte sie erfahren, wie es ihnen ergangen ist, und sie möchte Antworten hören, warum man sie hintergangen hat.
In den 5 Tagen ihres Aufenthaltes erzählen ihr die Zurückgebliebenen von den schweren Zeiten, die sie in zwei Weltkriegen, dem Aufstieg des italienischen Faschismus und dem Partisanenkampf gegen den Diktator Benito Mussolini erleben mussten. So erfährt Giulia von tiefen Wunden und großem Leid, die diese Geschehnisse hinterlassen haben, aber auch von Liebe, Mut und Tapferkeit.

Bei allen diesen Geschichten der „kleinen und grösseren Leute“ aus der Provinz verwebt Romagnolo gekonnt deren persönliches Schicksal mit den Ereignissen aus Politik und Weltgeschichte, sodass ihr eine atmosphärisch dichte und spannende Darstellung der italienischen Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelungen ist.
Darüberhinaus: Neben dieser Handlungsebene rund um die Geschehnisse in Borgo di Dentro, die vor allem Anita Leone und deren weit verzweigte Familie betreffen, gibt es noch eine zweite, die dem Leben Giulias in New York gewidmet ist - hier schildert sie den steinigen Weg italienischer Migranten in den USA hin zum mühsam erarbeiteten Wohlstand - sowie eine dritte, die die Tage des Besuches im Jahr 1946 umfasst.
Auf einem sprachlich eleganten Niveau verquickt die Autorin diese verschiedenen Ebenen kunstvoll miteineinander und lässt uns überzeugende, ausgesprochen starke Frauenfiguren kennenlernen in einem hochinteressanten Abschnitt der italienischer Geschichte.
(hn)


geb., Diogenes 2019, 528 S., 24,00 €
ISBN 9783257070620


Tawni O’Dell - Wenn Engel brennen

Krimi

Als Polizeichefin von Buchanan, dem Ort ihrer Kindheit, hat Dove Carnahan schon viel gesehen. Es ist keine schöne Gegend: Hier in Pennsylvania liegen vom Kohleabbau verwüstete Landstriche brach, schwelen unterirdische Kohlenbrände, Geisterstädte rotten vor sich hin, Menschen rackern sich ab oder haben sich längst aufgegeben, Träume blühen und welken. Oder sie verbrennen, wie das tote Mädchen in der vor Jahrzehnten geräumten Siedlung Campbell's Run, das ein entsetzter Farmer in einer glühenden Erdspalte entdeckt.
Chief Carnahan ist die erste Polizeichefin des County. Eine resolute, nicht zu Unklarheiten und Empfindlichkeiten neigende Polizistin hat sich die 1964 geborene Schriftstellerin Tawni O’Dell ausgedacht und zu ihrer Ich-Erzählerin gemacht. Ihre Geschichte befasst sich detailliert mit den gesellschaftlichen Bedingungen und Verwerfungen, den Benachteiligten und sich trotzig Verweigernden im ländlichen Pennsylvania.
Lakonisch ist der Ton, abgebrüht, gelegentlich auch zynisch; und im Verlauf der Geschehnisse versteht man, dass Dove Carnahan ihrer schönen, sorglosen, die Lover wie die Unterhosen wechselnden Mutter weit mehr nachzutragen hat als die Tatsache, dass sie nach deren Lieblingsseife benannt wurde.
Familiengeschichten werden aufgerollt, sie handeln unter anderem von jahrelanger Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, Drogen- und Medikamentensucht, Missbrauch. Wie der Kohlebrand schwelen sie seit langem und sind ebenso hässlich. Vor 35 Jahren wurde Dove Carnahans Mutter ermordet. Gerade ist der Mann, der dafür verurteilt wurde, der aber immer beteuerte, er sei unschuldig, aus dem Gefängnis entlassen worden. Dove und ihre jüngere Schwester Neely zucken gleichsam die Achseln, Lucky war ein Ekel, er hat Neely geschlagen, so what. Auch der Tod der Mutter traf die beiden nicht übermäßig, sie waren schwer vernachlässigte Kinder. „Mit fünfzehn hatte ich die bestmöglichen Eltern: Sie waren tot und konnten mir nichts mehr tun.“ Ein Satz, der eine zutiefst gestörte Familie trefflich beschreibt.

Mit dem getöteten, halb verbrannten Mädchen, Camio, kommen die Trulys ins Spiel: Matriarchin Miranda, deren Mann Walt sich längst totgesoffen hat, acht Kinder, die ihrerseits bereits Kinder haben. Der ermordete Teenager war eine Tochter Shawnas, diese ist verheiratet mit Clark Truly und wird von der Familie schikaniert und kleingehalten. Ihr Schutzpanzer ist die Gleichgültigkeit. Chief Carnahan beißt sich die Zähne aus, begreift irgendwann, dass Shawna frei ist, „weil sie sich aus nichts mehr etwas macht“. Tatsächlich? Man kann dabei zusehen, wie Kinder durchs Raster fallen, regelrecht verwildern. Die getötete Camio war aus eigener Kraft ein leuchtendes Gegenbeispiel, sie schrieb gute Noten, wollte aufs College, sie hatte einen eher gutbürgerlichen Freund. Waren die anderen neidisch, könnte das ein Motiv sein, fragt sich Chief Carnahan. Es geht trostlos zu in Buchanan, aber nicht durchweg. Natürlich gehen die Menschen auch einfach ihrer Arbeit nach, gehen in ihrer Freizeit in die Kneipe, laden Freunde ein. Manche lassen ihre Hunde von der spröden Neely ausbilden, offenbar eine regelrechte Hundeflüsterin – Tawni O’Dell erzählt ganz fabelhaft davon, auch von den Macken der Hundebesitzer.
(mn & hn)


geb., Argument Verlag 2019,
aus dem Englischen von Daisy Dunkel,
352 S., 21,00 €
ISBN 9783867542395


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Kenneth Bonert - Der Anfang einer Zukunft

Südafrika Ende der 80er-Jahre, das politische und soziale Erwachen eines ganzen Landes: Martin Helger, 16, mogelt sich durch eine jüdische Eliteschule in Johannesburg, die sein im Schrotthandel reich gewordener Vater Isaac finanziert, während sein Bruder Marcus gegen Isaacs Willen zur Armee geht. Da bekommt die Familie Besuch aus den USA. Annie ist die ungewöhnlichste junge Frau, der Martin je begegnet ist. Offiziell ist sie Lehrerin in den Townships, undercover aber Anhängerin Mandelas, und sie reißt Martin mitten hinein in den gärenden Konflikt. (Klappentext)

Kenneth Bonert hat schon mit seinem ersten Roman “Der Löwensucher” sehr beeindruckt. Nun, 60 Jahre später, ist Isaac Helger, der Held des mehrfach preisgekröntem Debütromans, alt geworden und längst fühlt er sich in seiner Wahlheimat nur noch bedingt willkommen.
Als Annie, Austauschstudentin aus den USA, bei ihnen einzieht, ändert sich für den jugendlichen Martin Vieles. Es sind nicht nur ihre weiblichen Reize die ihn teenagertypisch komplett verwirren.
Sie öffnet Martin die Augen, er nimmt zum ersten Mal die Gesellschaft der Apartheid richtig wahr: Die junge Frau nimmt ihn mit nach Julius Cäsar, einem Township am Rande von Johannisburg, wo sie an der einzigen Schule vor Ort als Lehrerin auf Zeit arbeitet. Martin sieht, unter welchen Bedingungen große Teile der Nicht-weißen-Bevölkerung leben, er ist beeindruckt und erschreckt zugleich. Als Jude hat Martin selbst auch schon Schmähungen erfahren, Antisemitismus kennt man in Südafrika leider auch. Wie allerdings mit den Schwarzen umgegangen wird, hat er sich nicht vorstellen können, er lernt das andere Südafrika jenseits der "gated communities" kennen. Hier erzählt ihm ein schwarzer Widerständler im Untergrund, was es heißt, schwarz zu sein. Und dort erläutert ein weißer Polizist seine Sicht auf die Dinge und wieso diese gesellschaftliche Ordnung für ihn Sinn macht. Spürbar ist auch der Einfluss von außen durch die politischen und wirtschaftlichen Sanktionen anderer Länder – das Land gerät unter enormem Druck.
Martin muss sich entscheiden, auf welcher Seite er steht. Diese Spannung überträgt Kenneth Bonert sehr treffend und glaubwürdig in seinen Roman.
Schon bald gerät er ins Visier von Captain Wilhelm François Oberholzer, einem überzeugten Nationalisten und Judenhasser. Dessen verstorbener Vater wurde vor Jahren von dem alten Isaac Helger in den Ruin und letztendlich in den Tod getrieben, behauptet er. Nun will sich der junge Oberholzer an der jüdischen Familie rächen. Doch mehr und mehr begehrt die schwarze Bevölkerung auf gegen die Vorherrschaft der Weißen, die wiederum um ihre Privilegien, wenn nicht um ihr Leben fürchten. Selbst Isaac Helger würde „ihnen”, den Schwarzen, in absehbarer Zeit „nicht einfach ein modernes Land anvertrauen. Sie brauchen Anleitung und vernünftige Bildung, ehe sie dazu bereit sind, in der Politik mitzumischen.“ Captain Oberholzer formuliert seine Position wesentlich drastischer: „Wir Afrikaaner sind der weiße Stamm Afrikas. Es ist unser Land, unser Schweiß, unser Blut, unsere Geschichte. Und niemand – niemand – sonst verdient es zu regieren.”

Bonert schildert ein Land am Rande des Abgrunds. Er ist ein genauer Beobachter, er kennt aus eigenem Erleben die Zustände in Südafrika vor der Abschaffung der Apartheid, gnadenlos schildert er den Verfall seines Geburtslandes. Und genau das macht seinen Roman so interessant und lesenswert - seine Fähigkeit, diese Kenntnisse zu einem vielschichtigen literarischen Stoff zu verarbeiten.
(hn)


geb., Diogenes 09.2019,
aus d. Englischen von Stefanie Schäfer,
656 S., 26,00 €
ISBN: 978-3-257-07056-9


Ewald Arenz - Alte Sorten

Sally, siebzehn, ist abgehauen. Aus der Klinik, ihr ist alles zuviel. Die Ratschläge, die flehenden Blicke der Eltern, die Ärzte, sie hat keinen Bock mehr, auf niemanden. Wütend trifft sie auf Liss, die allein einen Hof bewirtschaftet und auf dem Feld mit dem Traktor Hilfe braucht.

"'Kannst du eben mit anfassen?' Die Frage war so unvermittelt gekommen, dass Sally zusammenschrak. Dabei war sie völlig ruhig gestellt worden, wie eine echte Frage, ohne Aufforderung. Keine Frage, in der - so wie eigentlich immer - schon ein Befehl steckte. 'Magst du mir nicht ein bisschen helfen?' 'Magst du nicht ein bisschen essen?' 'Magst du mir mal das Wasser reichen?' Das waren die Scheißfragen, auf die man jedes Mal antworten musste: Nein. Mag ich nicht. Ich tu es, weil ihr stärker seid als ich. Weil ihr bestimmen könnt. Weil ihr aus irgendeinem Grund machen könnt, dass ich für euch etwas tun muss. Aber: Nein! Ich mag nicht! Fragt mich doch gar nicht erst! Tut doch nicht so, als könnte ich entscheiden! Befehlt mir einfach. Sagt: Sally, du Scheißmädchen, hilf mir."

Sally ist reserviert, hilft ihr aber. Nach kurzer Zeit schon bemerkt sie, daß Liss anders wirkt, nicht typisch besorgt nachfragt. Eher beiläufig, scheinbar ohne weiteres Interesse, wo Sally herkommt, bietet sie ihr an, die Nacht im Haus zu verbringen. Als sie am nächsten Morgen in die Küche kommt, ist Liss schon unterwegs, doch etwas geschnittenes Obst liegt für Sie bereit. Verstohlen probiert Sally etwas davon und legt es ebenso schnell zurück. Doch niemand zwingt sie hier. Liss scheint es egal zu sein, ob Sally ißt oder nicht, bleibt oder geht. Die Tage vergehen. Ihr ist, als ob sie besser atmen kann, bei dieser Frau, bei diesem Landhofleben welches beileibe keine Idylle ist, Die harten Seiten des bäuerlichen Landlebens werden nicht verschwiegen. Doch je länger sie bleibt, ihr zusieht und auch hilft, wenn Liss sie fragt, fragt sie sich nach den Gründen für Liss Einsamkeit, nach den Menschen, die hier mal gewohnt haben müssen - aber Liss schweigt. Doch sie erinnert sich. An ihre Kindheit auf dem Hof, der strenge Vater. Die geplante Flucht, weg vom Hof und in die Welt, dann der Verrat, der sie alles gekostet hat. Sie fragt sich, wie es weitergehen soll, gefangen in der Pflicht und Einsamkeit. Zeitgleich erlebt Sally auf dem Hof, der Art, wie Liss die Dinge handhabt, wie sie wieder auftaucht aus ihrer Wut. Die Arbeit mit der Erde und den Früchten hilft ihr immer mehr, bei sich anzukommen und sie fängt sogar wieder an zu essen.
Gerade als die beiden Frauen sich etwas öffnen und anfangen sich kennenzulernen, bricht die Außenwelt herein. Sallys Eltern und die Polizei haben sie gefunden, und sie holen sie fort. Beide sind wieder alleine, doch Sally kämpft, diesmal für sie beide. Die Geschichte ist nicht neu, doch der Ton und die leise Art und schöne Sprache sind besonders. In wechselnden Perspektiven erzählt Ewald Arenz von zwei Einzelgängerinnen, die sich gemeinsam wieder dem Leben stellen werden.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen, die Rückblicke haben Spannung in die Geschichte gebracht. Die stille Übereinkunft der Frauen erinnerte mich manchmal an „Altes Land“ von Dörte Hansen. (bm)


geb., Dumont 2019, 256 S., 20,00 €, ISBN: 978-3-8321-8448-3



Dror Mishani - Drei

Dror Mishani lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Tel Aviv. Er arbeitet als Übersetzer und Literaturdozent, der sich auf die Geschichte der Kriminalliteratur spezialisiert hat, und lehrt an der Universität Tel Aviv. Seine frühere Reihe um den Ermittler Avi Avraham aus Cholon ist nach den eigenen Worten des Autors eine „literarische Krimi-Serie“ zu der er sich durch die klassische europäische Tradition der Kriminalliteratur wie Simenon, Sjöwall / Wahlöö und Mankell hat inspirieren lassen.

Nun hat er einen neuen Roman geschrieben: „Drei”. Dieses Buch ist voller unerwarteter Wendungen und Entwicklungen, spielt in Tel Aviv und wird aus der Sicht von drei Frauen erzählt: Orna, Emilia und Ella führen drei völlig unterschiedliche Leben. Orna ist gerade frisch geschieden, alleinerziehend und fühlt sich einsam. Emilia ist noch neu in Israel. Sie arbeitet unter prekären Bedingungen in dem fremden Land, versteht kaum die Sprache und sucht ein Zuhause. Und dann ist da noch Ella, die regelmäßig vor ihren drei Kindern in ein Café flüchtet. So unterschiedlich die drei Frauen auch sind, haben sie bald doch eine Gemeinsamkeit: Sie lernen auf unterschiedliche Weise den gleichen Mann kennen. Auf den ersten Blick scheint er der sympathische Unbekannte zu sein, aber vielleicht täuscht dieser Eindruck auch nur allzu sehr.
Bei „Drei” handelt es sich um eine überraschende Geschichte, die bis zum Schluss sehr spannend erzählt wird. Außerdem überzeugt das Buch durch sorgfältig ausgearbeitete Figuren. Hier sind selbst die Nebenfiguren so gut dargestellt, dass dem Leser jede Intention klar wird. Es hat mir großen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und es gehört für mich zu einem der interessantesten Bücher unter den vielen tollen Neuerscheinungen in diesem Herbst (2019).

In einem Interview erzählt Dror Mishani, daß ihm die Ideen zu diesem Roman auf einer Reise kam, das Gerüst dazu dann sehr schnell für ihn feststand und danach eine lange Zeit des einsamen Schreibens und eine tiefe Verbundenheit zu seinen drei Hauptfiguren Orna, Emilia und Ella folgte. Für ihn ist es vor allem ein Roman über unsere Verantwortung gegenüber den Lebenden und gegenüber den Toten, die immer noch bei uns „im Leben“ sind (so sagt man „lebendig” auf hebräisch). Zu „Drei“ wurde er inspiriert durch die Beschäftigung mit der amerikanischen Kriminalliteratur der vierziger- und fünfziger Jahre, hier besonders durch die Lektüre von Patricia Highsmith. Das Buch bedeutet für ihn ein literarisches Abenteuer aber auch „eine Kampfansage gegen die Normalisierung von Tod und Gewalt." (av)


geb., Diogenes 2019, aus dem Hebräischen von Markus Lemke, 335 S., 24,00 €, ISBN 978-3-257-07084-2


Sissel-Jo Gazan -
Was du von mir wissen sollst



Rosa wächst in den achtziger Jahren in Aarhus auf. Sie lebt mit ihrer Hippie-Mutter Helle und dem schwulen Künstler Krudt, der ihr Ersatzvater ist, zusammen und hat keine Ahnung, wer ihr leiblicher Vater sein könnte. Irgendwann entdeckt sie eine Photographie mit drei Männern, von denen einer Rudi Dutschke ist und sowohl ihre Mutter als auch Krudt lassen sie im Glauben, dass jeder dieser drei Männer auf dem Photo ihr Vater sein könnte.
Doch da sie ja Krudt hat und ein abwechslungsreiches Leben führt zwischen Schule, Besuchen bei der poesieliebenden, ihr Pablo Neruda zitierenden Großmutter und den politischen Aktivitäten ihrer Mutter, quält die Frage sie auch nicht allzu sehr. Sie geht in der benachbarten Kommune ein und aus und entdeckt schon früh ihre Leidenschaft für die in Aarhus gerade beginnende Street-Art Bewegung.
Bald ist sie selber mit ihrer türkischen Freundin Sevim unterwegs, um die Kunstwerke zu registrieren und selber welche zu hinterlassen. Durch ihre erste große Liebe Tom kommt sie mit der Hausbesetzer-Szene in Kontakt, lernt aber auch gleichzeitig durch ihren Freund Jacob eine junge, konservative Clique kennen, mit der sie viel Zeit verbringt. Sie hält sich selber für unpolitisch, ihre Leidenschaft gehört den Sprayern und ihren Kunstwerken. Zwanzig Jahre später arbeitet sie an der Kunsthochschule von Aarhus und hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Um ihre Doktorarbeit zu schreiben, reist sie auf den Spuren des Street-Art-Künstlers INKAP nach Berlin und hofft dabei, auch dem Geheimnis um ihren leiblichen Vater näher zu kommen …

Sissel-Jo Gazan ist ein bewegender Roman über Familiengeheimnisse, Freundschaft, Liebe und Street-Art gelungen. Der Roman hat mir neue Einblicke in die Graffiti-Szene verschafft und ein anderes Verständnis dieser Kunst vermittelt. Der Roman ist politisch interessant, gibt gute Einblicke in die achtziger Jahre und die Hochzeit der Friedensbewegung, spart auch die aktuellen politischen Entwicklungen nicht aus. Kurzum: ein spannender, vielschichtiger Roman.
(av)


kt., dtv 2019,
587 Seiten, 17,90 €,
(Übersetzung Gabriele Haefs und Hannes Langendörfer)
ISBN 97834232662224


Kristin Höller - Schöner als überall

Es fängt an wie eine kleine Geschichte und plustert sich auch nie zum großen Drama auf. Martin und vor allem Noah klauen in sommerlicher Partylaune den Speer der Athene vom Münchner Königsplatz, und weil sie nicht wissen, wohin mit ihrer Trophäe, fahren sie spontan nach Hause, sechshundert Kilometer in das Kaff im Rheinland, von wo sie vor zwei Jahren auszogen.
Noah ist seit Kindertagen der beste Freund von Martin, auch weil der ihn an seinem privilegierten upper-class-Leben teilhaben liess, aber jetzt steht der Speer zwischen ihnen. Bei Martin ist immer alles komplizierter. Er kommt aus einer eher kleinbürgerlichen Familie, für deren Spießigkeit er sich schämt, und ist so durchschnittlich, dass es ihm selbst wehtut. Als Noah das blöde Ding in der örtlichen Kiesgrube entsorgt und nun um sein bisschen Film-Karriere zittert, weil die Sache ja auffliegen könnte, ist der sonst so stille und demütige Martin außer sich: Wollten sie nicht immer anders als ihre Eltern sein, mutiger, freier, wahrhaftiger? Und jetzt denkt dieser Egoist nur an seinen lächerlichen Ruf als C-Promi.
Den Hass auf die selbstzufriedenen "Bonzen" hat Martin von seiner großen Liebe, die direkte, umwerfende Maria alias Mugo (wie "Mutter Gottes"). Auch sie ist überraschend zurück, wohnt wieder im Plattenbau und jobbt in der Tankstelle, Mugo, das unversöhnliche wütende Energiebündel. Sie konnte Noah noch nie ausstehen. Und Martins Zuneigung flammt wieder auf, wenn er mit ihr wie früher auf dem Dach des Regionalbahnhofs sitzt, wo sogar das Hässliche schön wird.
Sie sind alle wieder da, als ob sie sich kurz ausruhen wollen, festhalten an den alten Ichs, "weil es hier wieder leicht ist, hier gibt es die Bösen, und ich bin bei den Guten, und es ist niemand da, der es kompliziert macht".
Allerdings, in der Luft hängt Verzweiflung und der Anisduft, der von den Fenchelfeldern herüberweht. Verzweiflung, weil da draußen, jenseits des Kaffs, das Sich-Finden gar nicht so einfach war, wie es die Jugendträume versprachen.
So weit wäre "Schöner als überall" nur eine klassische Spießerfarce, das Coming-of-Age eines altklug schwadronierenden Holden Caulfield. Seit "Tschick" werden auch ältere Herren und A-Promis aus dem Fernsehmilieu auf der literarischen Suche nach ihrer verlorenen Jugendzeit sentimental, so zuletzt Axel Milberg in "Düsternbrook" und Matthias Brandt in "Blackbird". Aber so einfach macht es sich Kristin Höller nicht. "Alles hier sieht aus wie eine Kulisse, wie die Attrappe einer Provinz, hergerichtet für einen Kinofilm über wütende Jugendliche", aber es gibt weder eine Explosion noch ein versöhnliches Happy End. "Es wird alles immer komplizierter, je länger man darüber nachdenkt". Mugo ist keine Heilige, nur ein "bockiger Teenager", hängengeblieben in der Provinz, gescheitert mit ihren Ambitionen und vorbestraft. Noah ist kein narzisstisches Arschloch, seine Mutter nicht die verzweifelte, frustrierte Vorstadttussi, für die Martin sie hielt, und auch dessen eigene Eltern sind keine peinlichen Gartenzwerge.

"Schöner als überall" ist nicht nur eine kleine Erzählung über Weggehen, Heimkehren und den Abschied von der Kindheit. In diesem beeindruckenden Romandebüt steckt so viel Zartheit, Wahrheit und gar poetische Originalität, ein eigenwilliger, kunstvoller Stil - es ist viel mehr als nur ein charmantes Jugendbuch. Martin kehrt allein nach München zurück. Er hat nun keine Übermenschen mehr, aber ein paar Freunde fürs Leben, und er weiß jetzt, was er will - ungefähr. Man muss keine Speere in den Baggersee werfen, um Kreise zu ziehen.
Auch wenn man diesen Roman sofort jungen Menschen in die Hand drücken möchte: Die Autorin, Jahrgang 1996, hat eine dieser raren Geschichten aufgeschrieben, in denen es für alle wurscht ist, wie jung (oder alt) die Figuren sind. Wie bei Wolfgang Herrndorfs "Tschick" oder Salingers "Fänger im Roggen": Wie sich Höllers Mitte-20-Jährige mit sich und der Welt auseinandersetzen, ist vor allem nie banal. Hier trockener Witz, dort treffliche, nachdenkliche Erkenntnis. Das verlangt nach sofortigem Durch-Lesen - diese Stunden sollten wir uns nehmen, gleich! Dem Sog sollten wir uns hingeben …
(mn & hn)


geb., suhrkamp nova 2019,
219 S., 18,00 €
ISBN 9783518469958




Jugendbücher

Kathrin Schrocke - Immer kommt mir das Leben dazwischen

Karls Opa ist gestorben. Nun erscheint er ihm im Traum und empfiehlt ihm, die Schule zu schmeissen und Youtube Star zu werden. Was den dreizehnjährigen Karl mit einem Grinsen aufwachen lässt, findet seine Mutter nicht besonders lustig. Sie ist Neurowissenschaftlerin und hält nicht viel von der spirituellen Berufsberatung aus dem Jenseits. Sie erklärt Karl, dass ihm der Großvater vermutlich während der REM-Phase erschienen ist und dies zur Verarbeitung der Trauer um den geliebten Opa beiträgt. Karl ist sich da nicht so sicher. Aber dem schlagenden Argument der Mutter, dass sich der Großvater als erstes bei ihm erkundigt hätte, wie es der Oma geht, hat er nichts entgegen zu setzen. Youtube-Star zu werden und damit seiner heimlichen Liebe Irina Palowski zu imponieren, das findet Karl aber weiterhin eine ausgezeichnete Idee.
Zur Oma hat Karl keinen besonderen Draht, doch als diese der Familie überraschend verkündet, dass sie gerne in ein Wohnprojekt ziehen möchte, weckt sie sein Interesse. Will Oma wirklich in das, vor einem halben Jahr neu gegründete Mehrgenerationenhaus „Fidibus” ziehen?
Und nur Karl spricht aus, was seine Eltern denken: leben dort nicht nur Hippies und geht nicht alles drunter und drüber bis hin zum Konsum von Cannabis? Wird Oma, wenn sie dort wohnen würde, bald drogenabhängig werden? Oma versucht vergeblich die Vorurteile zu widerlegen, indem sie einen Infoprospekt über das Wohnprojekt herumzeigt und sagt, dass sie mit ihren 66 Jahren noch nicht zum alten Eisen gehört und nicht alleine in ihrer Wohnung versauern möchte. Doch alle ihre Argumente bewirken nicht, dass die Eltern ihre Vorbehalte gegen diese Entscheidung aufgeben.
Karl besucht seine Oma in ihrer Wohnung und bietet ihr seine Hilfe an, um ein heimliches Probewohnen im Haus „Fidibus“ zu ermöglichen.
Zusammen mit seinen beiden Cousins Master und Desaster organisiert er einen VW Bus für den Umzug und lernt dabei die attraktive Larissa kennen, die für sie den VW Bus fährt. Und auf einmal entdeckt Karl, dass es noch andere Mädchen auf der Welt gibt ausser Irina Palowski…
Doch nicht nur Karls Welt steht Kopf, auch seine Eltern beginnen sich merkwürdig zu verhalten.

Die Autorin Kathrin Schrocke lebt selbst in einem Mehrgenerationenhaus, kennt sich also bestens aus, und lässt in einer witzigen und schlagfertigen Art Jung und Alt aufeinanderprallen.
(av)


geb., Mixtvision 2019,
181 S., 14,00 €
ISBN 978-3-95854-142-9

ab 12 Jahren


Lena Hach / Katja Berlin - Grüne Gurken

Lotte ist gerade mit ihren Eltern nach Berlin Kreuzberg gezogen und hat das Gefühl, dass Berlin sie nicht leiden kann. Ihr bisheriges Leben ist durch den Umzug so ziemlich auf den Kopf gestellt worden und sie hat Sehnsucht nach „zu Hause“, dem kleinen Kaff in Hessen. Noch sind Sommerferien, doch die Eltern arbeiten bereits in ihren neuen Jobs: die Mutter als Ärztin in einer Super-Klinik (Grund für den Umzug) und der Vater als Physik-Nerd in einem Institut. Überhaupt sind alle in Lottes Familie überdurchschnittlich clever.
Lotte ist (neben Tante Greta ) die unfreiwillige Ausnahme, was ihre Eltern aber nicht daran hindert, sie jedes Jahr wieder zu offiziellen Aufnahmeprüfungen für den „Verein der Intelligenzbestien“ zu schleppen. Lotte ist unsportlich, tolpatschig und verheimlicht ihren IQ. Dafür sitzt sie in ihrer freien Zeit lieber zu Hause und zeichnet Graphiken. Fest steht für Lotte auch, dass Berlin einen schlechten Einfluss auf sie hat und sie sich hier noch ungeschickter anstellt als in ihrem Heimatdorf. Eines Nachmittags verbringt sie ihre Zeit wieder einmal alleine in der großen Altbauwohnung und bekommt ein plötzliches Verlangen nach Milchreis.
Da der Kühlschrank nichts weiter hergibt, ausser Sekt und O-Saft, wirft Lotte sich kurz entschlossen den Dufflecoat ihres Vaters über den Pyjama (ihre Fensterstudien haben ergeben, dass sie mit diesem Outfit auf der Strasse nicht auffallen wird) und macht sich auf den Weg zum Späti auf der gegenüberliegenden Strassenseite. In dem Augenblick, in dem die Haustür hinter ihr ins Schloss fällt, wird ihr klar, dass sie nicht an den Schlüssel gedacht hat und es natürlich keinen Blumenkasten in Berlin gibt, in dem sie nach dem Ersatzschlüssel buddeln kann. Was bleibt Lotte anderes übrig, als erst 'mal in ihrem übergroßen Mantel aus dem Haus zu schlurfen und sich zum Kiosk zu begeben, in der Hoffnung, dort Fertigmilchreis zu bekommen.
Sie war noch nie in diesem Laden, kann sich aber gut vorstellen, dass dort Drogen oder Schlimmeres vertickt werden, wobei ihr nicht ganz klar ist, was das Schlimmere sein könnte (vielleicht ausgestopfte Robbenbabys?). In diese Gedanken vertieft öffnet sie mit angehaltenem Atem die Kiosktür und reißt natürlich als erstes das Regal mit den Konservendosen um. Doch der gigantisch große und breitschultrige Typ, der hinter dem Tresen steht, tippt angestrengt in sein Handy und beachtet sie gar nicht. Dafür engagiert er sie - das Mantelmädchen - kurzerhand vom Fleck weg, damit sie ihn in seinem Kiosk vertreten kann. Nachdem er ihr die wichtigsten drei Regeln für das Geschäft erklärt hat, ist er verschwunden und die schüchterne Lotte steht mit vielen Kunden alleine im Späti, der vieles im Angebot hat, aber keinen Milchreis.
Da Lotte sich in dieser Freitagnacht gut geschlagen hat, wird sie von Yunus als Ferienaushilfe eingestellt. Sie lernt Miri, seine Freundin kennen und als dann einmal in der Woche ein blonder Junge im Laden auftaucht, um eine Tüte mit grünen Weingummi-Gurken zu kaufen, kann Lotte sich auf einmal vorstellen, dass ein Leben in Berlin möglich ist.

Das Buch „Grüne Gurken“ wurde gerade mit dem Leipziger Lesekompass ausgezeichnet.
(av)


mixtvision Medienges.mbH
224 Seiten, Mixtvision, € 17,00
ISBN 978-3-95854-108-5
Homepage: www.mixtvision.de

ab 12 Jahre


Im Nachgang zu schon beschriebenden ersten Bänden:

Christelle Dabos - Die Spiegelreisende
Band 2: Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast
geb., Insel 2019, 613 S., 18,00 €, ISBN: 978-3-458-17826-2
(erschienen am 27.07.2019)

Band 3: Das Gedächtnis von Babel
geb., Insel 2019, 520 S., 18,00 €, ISBN: 978-3458178279
(erscheint am 17.11.2019)




Catherine Doyle – Sturmwächter
2: Die Magie von Arranmore
geb., Oetinger 2019, 304 S., 16,00 €, ISBN: 978-3789113437
(erschienen am 23.09.2019)





Zwei besondere, wenn auch zu Recht schon sehr erfolgreiche Tipps seien kurz erwähnt:

Carsten Jensen – Der erste Stein

Einmal empfehlen wir Carsten Jensen, der verdientermaßen den Europa-Preis 2018 der hiesigen Europa-Universität Flensburg erhalten hat - insbesondere möchten wir Ihnen sein jüngstes, in diesem Jahr im Taschenbuch erschienenes Werk "Der erste Stein" [Penguin TB - ISBN 978-3-328-10295-3, 13,00 €] nahelegen, eine fulminante Auseinandersetzung mit der "westlichen" Intervention in Afghanistan.




Dörte Hansen – Mittagsstunde

Zum anderen ist das neue Buch von Dörte Hansen "Mittagsstunde" (Penguin Verlag, gebunden - 978-3-328-60003-9 - € 22,00) eine nochmalige Entdeckung nach ihrem schon überzeugenden Debüt "Altes Land" (Penguin TB 2017, 978-3-328-10012-6 - € 10,00)!