Willkommen auf der neuen Homepage der Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung

Hier stellen wir Ihnen laufend unsere neuesten Lieblinge vor und informieren Sie über unsere regelmäßigen Veranstaltungen.

Neu ist unser Autor*innen-Glossar: hier finden Sie schnell unsere bislang besprochenen Lieblinge – alphabetisch sortiert! Das hilft bei der Suche nach Ihren Wunschtiteln, die Sie natürlich bei uns bestellen können.

Haben Sie Anregungen, Kritik oder wollen Sie auch mal ein Lob loswerden? Wir sind gespannt: info@cvo-buchladen.de

Unsere letzte Veranstaltung

»Flamme sein« am Di., 23. Oktober, 19:30 von und mit Robert M. Zoske über einen jungen Mann, ohne den es die Weiße Rose nicht gegeben hätte. [Foto © Frederika Hoffmann]


Unsere Tipps zum Jahresende 2018

Für die ruhigen Lesestunden

Eine breite Palette lesenswerter, erkenntnisreicher und unterhaltsamer Romane zieren den Rückblick auf das Jahr 2018 - eine Auswahl unserer Lieblinge haben wir hier zusammengestellt.

Darüberhinaus seien noch zwei besondere, wenn auch zu Recht schon sehr erfolgreiche Tipps zumindest auch hier kurz erwähnt:

Carsten Jensen – Der erste Stein

Einmal empfehlen wir Carsten Jensen, der verdientermaßen den Europa-Preis 2018 der hiesigen Europa-Universität Flensburg erhalten hat - insbesondere möchten wir Ihnen sein jüngstes, in diesem Jahr im Taschenbuch erschienenes Werk "Der erste Stein" [Penguin TB - ISBN 978-3-328-10295-3, 13,00 €] nahelegen, eine fulminante Auseinandersetzung mit der "westlichen" Intervention in Afghanistan.

Dörte Hansen – Mittagsstunde

Zum anderen ist das neue Buch von Dörte Hansen "Mittagsstunde" (Penguin Verlag, gebunden - 978-3-328-60003-9 - € 22,00) eine nochmalige Entdeckung nach ihrem schon überzeugenden Debüt "Altes Land" (Penguin TB 2017, 978-3-328-10012-6 - € 10,00)!



Francesca Melandri – Alle, außer mir

Francesca Melandri schickt in "Alle, außer mir" ihre Hauptfigur auf die Suche nach der Vergangenheit ihres Vaters, in ein bis heute überwiegend verdrängtes Kapitel der italienischen Geschichte, den unglaublich brutalen Abessienienkrieg …
Die 45-jährige Lehrerin Ilaria Profeti findet im Sommer 2010 einen jungen Schwarzafrikaner vor ihrer Haustür, der behauptet, der Enkel ihres Vaters Attilio zu sein – ihr Neffe also. Er hat in Äthiopien und auf seiner Flucht durch Libyen Gefangenschaft, Schikanen, Hunger und Verwahrlosung erlebt - und hofft nun auf Hilfe durch seine italienische Verwandtschaft. Ilaria ist mit der Situation zunächst überfordert. Doch die Neugier und der Wunsch zu helfen überwiegen, sodass sie beginnt, Nachforschungen anzustellen. Attilio Profeti, der Vater, ist hochbetagt und von Demenz gezeichnet und hatte immer so getan, als sei er im Widerstand gewesen …
All diese Geschichten, diese verschiedenen Erzählstränge verwebt Melandri kunstvoll miteinander.
"Alle, außer mir" ist ein eindrucksvolles Stück Literatur. Für mich das Buch des Jahres.
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Janet Lewis – Die Frau die liebte

Dieses schmale Buch ist ganz und gar perfekt. Ein wunderschöner Einband und eine Geschichte so intensiv, dicht erzählt. Auf knapp 120 Seiten beschreibt Janet Lewis ein Frauenleben im frühen 16. Jahrhundert in den französischen Pyrenäen. Von Bertrandes Zwangsheirat als elfjährige mit dem gleichaltigen Martin, die dennoch behutsame Annäherung sehr viel später als Ehepaar, das Leben auf dem Hof seiner Familie unter dem strengen Patriarchat des Vaters. Trotz allem ein schönes Leben mit liebevollen Verbindungen unter den Familienmitgliedern. Doch als der Sohn es eines Tages mit der Aussaat anders machen will als der Vater es befiehlt, verschwindet er vorsorglich, um dessen Zorn zu entgehen, für wenige Tage, wie er sagt. Doch es vergehen Jahre.
Als Martin endlich zu seiner Frau zurückkehrt, ist Bertrande, inzwischen 30 Jahre, von Sinnen vor Glück. Der inzwischen zehnjährige Sohn weicht dem Vater nicht mehr von der Seite, das Gut blüht auf, die große Familie ist wieder vereint. Acht Jahre lang hatte Bertrande sich gesehnt, hatte gebangt und gezürnt - doch welcher Dämon treibt ihr plötzlich Zweifel ins Herz? Ist der Mann, den sie liebt, wirklich Martin? Hin- und hergerissen zwischen ihrer Sehnsucht nach Zugehörigkeit und einer düsteren Ahnung, entfesselt sie eine richterliche Untersuchung – und eine Tragödie.
Eine Entdeckung.
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Donatella Di Pietrantonio - Arminuta

Eine 13-jährige wird plötzlich aus ihrer bisherigen familiären Umgebung gerissen und muss zu ihrer wirklichen, für sie völlig fremden Familie zurück - ohne dass sie den wahren Grund dafür erfährt. Jenseits der bisherigen Geborgenheit kommt sie in vollkommen andere Verhältnisse: Die Eltern sind sehr arm und ohne jede Bildung, sie hat plötzlich mehrere Geschwister, der Umgang miteinander ist ohne jede erkennbare Zuneigung, eher geprägt von Unverständnis und Gewalt. Sie wird eher verächtlich in den neuen Familienkreis aufgenommen, als verwöhnt und arrogant wahrgenommen, wobei sie gerade dies nicht ist. Sie sucht die Nähe, ein zähes Unterfangen in einer archaischen Umwelt …
Ihre Kraft gewinnt die Erzählung daraus, wie sie ihre Themen durchdringt – ein schönes kleines Juwel!
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Max Annas - Finsterwalde

Eine beklemmende Zukunftsvision für unser Land - die EU gibt es nicht mehr. Überall in Europa haben Nationalisten das Sagen. Leute ohne deutschen Pass werden aus ihren Wohnungen abgeholt, Staatsbürgerschaften aufgekündigt. Die meisten Deutschen mit fremden Wurzeln befinden sich in Übergangslagern, sie hoffen auf eine internationale Lösung, ein Abkommen mit einem Land, das sie aufnehmen wird. In Finsterwalde, einer geräumten Provinzstadt, hat man tausende Schwarze kaserniert. Unter ihnen Marie mit ihren beiden Kindern. Die Versorgung ist spärlich, die Grenzzäune sind streng bewacht, die Devise heißt Überleben. Da geht das Gerücht, in Berlin seien drei schwarze Kinder zurückgeblieben, vergessen von allen. Marie beschließt, einen Weg aus dem Lager zu finden, um die drei vor dem sicheren Tod zu retten.
Parallel dazu wird die Geschichte von Theo, seiner Frau Eleni und ihren Kindern erzählt. Sie kommen aus Griechenland und sind angeworbene Facharbeiter. Theo, früher Journalist darf nicht arbeiten und so streift er unruhig durch die Stadt und beobachtet die Zustände. In der Wohnung findet er Hinweise auf verschleppte Menschen. Gegen den Wunsch seiner Frau macht Theo sich zu Fuß auf den Weg nach Finsterwalde, um herauszufinden, was mit ihnen geschehen ist.
Max Annas verbindet Spannung mit politisch-gesellschaftlichen aktuellen Problemen. Der Roman ist beklemmend realistisch und spannend geschrieben.
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Anne Tyler - Launen der Zeit

Es sind die kleinen Dinge der scheinbar unbedeutenden Menschen, von denen Anne Tyler in „Launen der Zeit“ einmal mehr erzählt. Wie es gelingen kann, seine eigene Identität zu finden, neben der Rolle, die man innerhalb der Familie spielt (oder spielen soll), ist eine Art Grundmotiv bei Anne Tyler.
Willa Drake ist die Protagonistin in Tylers neuem Roman. In kurzen Episoden wird ihre Vergangenheit erzählt, Willa begehrt kaum auf, sie fügt sich. Jahre später wird Willa von einer Nachbarin um Hilfe gebeten, hier, in dieser Extremsitiuation bekommt sie wohl erstmals im Leben vermittelt, dass sie als Person zählt. Dass das, was sie hier tut, für alle Betroffenen wichtig ist und geschätzt wird. Und erstmals im Leben entscheidet Willa für sich selbst …
„Launen der Zeit“ ist ein tiefgründiges, sehr amüsantes und mit großer Leichtigkeit erzähltes Frauen- und Familienporträt, das zeigt, wie schwer es ist, sich und seinen Umständen zu entkommen und wie leicht es dann doch ist, wenn der richtige Moment gekommen ist. Ann Tyler ist immer eine Entdeckung … > zur Besprechung

... und eine neue
Krimi-Entdeckung:

Susanne Saygin - Feinde



Es fängt alles mit einem Doppelmord im Sinti und-Roma-Milieu in einer deutschen Großstadt an, doch dieses Verbrechen zieht schnell weite Kreise: "Arbeiterstrich", Korruption, Menschenhandel und das Schicksal derjenigen, die von der Gesellschaft nichts mehr zu erwarten haben. Der Polizist Can Arat tut alles, um die Wahrheit zu finden und gleichzeitig seine Menschlichkeit nicht zu vergessen.

Saygin erzählt mit kompromissloser Härte, sie hat sich das alles in Bulgarien angesehen und rechnet gleich mit dem ganzen EU-Förderwirtschaftssystem ab. Einen Ausweg aus dem Elend, eine Lösung? Wir werden sehen bzw. lesen …

Ein absolut beeindruckendes Krimi-Debut, das reichlich Anlass zum Grübeln, zum Nachdenken gibt ...

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Und einige Tipps für unsere jungen Leserinnen und Leser

Jutta Richter -
Frau Wolle und der Duft von Schokolade

Dies ist der erste Band einer Trilogie um die Geschwister Merle und Moritz, die mit ihrer Mutter, einer Ärztin, zusammenleben. Sie kriegen eine neue Kinderfrau, da die Mutter zur Nachtschicht muss - ausgerechnet die unheimliche Gesine Wolkenstein, deren Augen die Farbe wechseln können und bewirken, dass Merle eine Gänsehaut bekommt. So beginnt eine nächtliche Abenteuerreise in ein Land der Fantasie …
„...für alle Kinder, die wissen wollen, wie die Welt hinter der Welt aussieht. Für die Angsthasen und die Löwenherzen. Für die Schmetterlingsschützer und die Glücksbringer. Für die Kopfschüttler und die Neinsager...”
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Karin Foxlee -
Annabelle und die unglaubliche Reise nach Unter-London

Die zwölfjährige Annabelle lebt mit ihrer Mutter glücklich und zufrieden in London. Es ist die Zeit um 1860 und sie möchte nichts weiter, als mit smaragdgrünen Schlittschuhen über die gefrorene Themse zu gleiten oder aus zierlichen Tässchen Tee zu trinken. Manchmal allerdings, wenn sie in Regenpfützen schaut, sieht sie dort Dinge, die sie nicht sehen soll …
Als sie für eine Zeit zu ihren schrulligen Großtanten kommt, halten diese sie für ein prophezeites zaubermächtiges Mädchen und schicken sie kurzerhand auf einem Besen und mit dem kratzbürstigen Straßenmädchen Kitty als Unterstützung in die Unterwelt! Annabelle muss sich ihren tiefsten Ängsten stellen, um noch rechtzeitig den ewigbesten Zauberstab zu finden und damit ein aufziehendes Unheil von der Welt abzuwenden.
Karen Foxlee ist eine wunderbar britische, überaus spannende Geschichte voller Magie gelungen!
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Rebecca Westcott –
Fünf Dinge, die dir niemand verrät

Erin ist zwölf, als ihre Eltern sich trennen und eine Welt für sie zusammenbricht. Zum Glück gibt es noch ihren Dackel Picasso und ihre Liebe zur Kunst, denn von den Eltern fühlt sie sich absolut missverstanden.
Als ihre Mutter zu ihrem neuen Freund zieht, beschließt sie, bei ihrem Vater zu bleiben. Dieser arbeitet als Gärtner in dem noblen Seniorenheim „Oak Hill“ und ist ein schweigsamer Mensch. Dort muss sie auf Grund einiger Verfehlungen ihre Sommerferien verbringen und trifft auf Lucas, der seinen Opa im Seniorenheim besucht. Auch Martha, der widerspenstigen alten Dame in Oak Hill, der sie mittags immer Gesellschaft leisten soll, kommt sie durch die Freundschaft mit Lucas näher. Es beginnt für Erin eine Zeit mit neuen Erlebnissen und Erfahrungen …
Ein sensibler Roman zum Thema Erwachsen- und Altwerden!
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Antje Wagner – Hyde

Katrina ist unterwegs. Es ist Winter und es schneit, so daß ein Vorankommen zu Fuß sehr mühsam ist. Endlich hält ein Wagen und Katrina lernt Josefine kennen. Josefine, die ein goldenes Kleid trägt und wunderschöne Armreifen hat - also der komplette Gegensatz zu Katrina mit ihrer Zimmermannskluft ist. Was für ein Geheimnis trägt Katrina mit sich herum und mit welchem Ziel ist sie unterwegs? Warum hat sie ein Tuch vor dem Mund und eine Kriegskasse im Gepäck?
Und was hat es mit Hyde auf sich, dem geheimnisvollen Ort, an dem sie aufgewachsen ist? Brillant und mit großem Gespür für ihre Figuren, lässt Antje Wagner aus dem Alltäglichen das Unheimliche erwachsen, dessen Faszination sich niemand entziehen kann.
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Für alle, die gerne das Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green gelesen haben:

Adam Silvera – Am Ende sterben wir sowieso

Am 05.09.2017 um 00:22 Uhr ruft der Todesbote den 18 jährigen Matteo an, um ihm mitzuteilen, dass er innerhalb der nächsten 24 Stunden sterben wird.
Matteo ist eher der ängstliche Typ, der sich lieber in der Wohnung zwischen seinen Büchern und Videospielen vergräbt, anstatt sich der Wirklichkeit zu stellen.
Am Anfang hofft er noch, dass sich der Anruf als ein Irrtum erweist, aber eigentlich weiß er, dass die Todesboten sich niemals irren… Matteo fragt sich, was soll er mit der Mitteilung anfangen? Soll er die Wohnung verlassen, um noch etwas zu unternehmen? Er beginnt zu verstehen, daß er am meisten die verpassten Gelegenheiten und ungenutzten Möglichkeiten in seinem Leben vermissen wird. Er nimmt er seinen ganzen Mut zusammen und logt sich auf der App „Last Friends“ ein. Hier lernt er den 17 jährigen Rufus kennen …
Ein schweres Thema, aber Adam Silvera macht ein tiefgründiges und warmherziges Buch daraus, das man nur schwer aus der Hand legen kann. > zur Besprechung